BIG BROTHER IS WATCHING YOU: Von dem Recht auf Privatsphäre und Datenschutz

Die Debatte um den Datenschutz ist längst in alle Bereiche der Gesellschaft vorgedrungen. Die Rede ist von Netzneutralität, Digital Rights, digitalen Bürgerrechten, Datenlecks, Digitalkultur, Open Data, Netzzensur und Überwachung, um nur einige Themen zu nennen. Bei diesem Dschungel fällt es schwer den Überblick zu behalten. Doch was bedeutet eigentlich Datenschutz? Warum erhitzt das Thema die Gemüter und wo positioniert sich der Mensch im digitalen Zeitalter? Wir sind den Fragen nachgegangen und haben die wichtigsten Fakten rund um den Datenschutz zusammengestellt.

Das Verlangen nach Privatsphäre

Warum der Datenschutz immer mehr Menschen interessiert, liegt wohl an dem tief verwurzelten Bedürfnis nach Privatsphäre. Schon in der Antike wurde die Idee einer privaten Sphäre diskutiert. Privatsphäre, wie wir sie heute verstehen, hat ihre Wurzeln allerdings in der Aufklärung als sich das Bürgertum herausbildete und der Wunsch nach Individualität massentauglich wurde. Das Recht auf Privatsphäre gilt heutzutage als Menschenrecht. War man früher hinter seinen vier Wänden mehr oder weniger vor der Außenwelt „sicher“, sieht es im digitalen Zeitalter schon anders aus. Wir vernetzen uns immer mehr: Computer und Smartphones gehören zum Alltag, nicht nur bei jüngeren Generation. Wir tragen unsere „Daten“ mittlerweile fast unbewusst nach außen. Gerade jüngere Menschen haben geringere Bedenken ihre Daten preiszugeben. Sei es, wenn sie App-Berechtigung im Online-Store nur grob überfliegen oder nur noch per Online-Banking ihre Finanzen regeln. Sind wir also selbst Schuld daran, dass wir immer transparenter werden? Ja und nein. Fakt ist, dass wir im digitalen Zeitalter angekommen sind. Trotzdem ist nicht alles erlaubt.

Datenschutz – Was heißt das genau?

Obwohl der Begriff Datenschutz eindeutig scheint, schweben recht unterschiedliche Vorstellungen und Definitionen davon durch das Netz. Dass Datenschutz beispielsweise nicht gleich Datensicherheit bedeutet und um was für Daten es sich handelt, erfährst du hier:

Wem vertrauen wir unsere Daten an?

Die Frage des Datenschutzes ist vor allem eine Frage des Vertrauens. Ganz genau kann man eben nie wissen, was eventuell mit persönlichen Daten geschieht. Vor allem von öffentlichen Institutionen erwartet man, dass private Daten sicher verwahrt werden. Die Forsa-Umfrage im Auftrag von SAS® Deutschland hat ergeben, dass rund dreiviertel der Befragten am ehesten ihrer Krankenkasse (76%), Finanzämtern (73%) und Ärzten bzw. Krankenhäusern (73%) einen sorgsamen Umgang mit ihren Daten voll und ganz bzw. eher zutrauen. Im Vergleich dazu liegt das Vertrauen zu Internetanbietern bei kläglichen 19 %. Und das nicht ohne Grund. Immer öfter stehen große Internet-Konzerne wie Facebook, Google & Co. in der Kritik die Langsamkeit der Gesetzesschmiede im Bezug auf Datenschutz auszunutzen. Denn eine adäquate Gesetzesgrundlage gibt es bis heute nicht.

EU-Datenschutz-Grundverordnung vom 4. Mai 2016

Die Verordnung löst die Richtlinie 95/46/EG (Datenschutzrichtlinie) von 1995 ab und gilt zukünftig in allen EU-Mitgliedstaaten. Zukünftig heißt in diesem Fall erst ab dem 25. Mai 2018. Tatsächlich ist es keine reine Verordnung, sondern ein Gemisch aus Richtlinie und Verordnung, da die Mitgliedstaaten über Öffnungsklauseln das Recht behalten, Alleinregelungen festzulegen. Die Datenschutz-Grundverordnung wird vielerseits kritisiert, vor allem, weil sie nicht auf die aktuellen Herausforderungen für den Datenschutz eingeht, sprich: Soziale Netzwerke oder Cloud Computing.

Der digitale Mensch

Der digitale Mensch – Ein offenes Buch für alle?

Der digitale Mensch ist – wie jeder Mensch – ein zwiegespaltenes Wesen. Einerseits hinken wir dem traditionellen Bild der geschützten vier Wände hinterher, auf der anderen Seite vernetzen wir uns täglich mehr. Und das in den meisten Fällen freiwillig. Online Banking ist bequem, also nutzen wir es und vertrauen darauf, dass die Banken für den Schutz unserer Daten schon sorgen werden. „Seht her wie lecker mein Mittag aussieht“, heißt es regelmäßig auf Facebook und was man sonst erlebt, postet man auf Twitter oder ähnlichen Netzwerken. Ja, der digitale Mensch ist ein offenes Buch, aber: „Nicht für alle“ sollte die Devise sein. Wer unsere Daten lesen darf, sollte uns selbst überlassen sein. Welche Gefahren Datenmissbrauch und der Verlust von Privatsphäre bringen können, ist in George Orwells Science-Fiction-Klassiker 1984 nachzulesen. Niemand will schließlich BIG BROTHER in der Realität erleben.

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Yvonne Hansen
Yvonne Hansen
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